Gartenarbeit.

Endlich Erde unter den Fingernägeln – Unsere erste Gartenarbeit im Alentejo (Mai 2025)

Nach Monaten des Suchens, Wartens und Planens ist es endlich so weit: Wir haben Erde unter den Fingernägeln, Schweiß auf der Stirn und ein riesiges Lächeln im Gesicht. Ab Mai 2025 haben wir auf unserer Quinta mit der ersten richtigen Gartenarbeit begonnen – und es fühlt sich an wie der wahre Start unseres neuen Lebens.

Vom Traum zur Realität

Als wir die Quinta im Frühjahr übernommen haben, sah der Garten eher aus wie ein wildes Stück Alentejo-Natur: hohes Gras, wilde Kräuter, ein paar verstreute Steine und jede Menge Potenzial. Im Januar hatten wir noch von einem paradiesischen Gemüsegarten geträumt, im März und April ging es vor allem ums Renovieren und Organisieren. Aber ab Mai konnte ich (und mein Rücken) es kaum noch erwarten: Jetzt wird angepackt!

Der Mai im Alentejo ist einfach perfekt für den Gartenstart. Die Tage sind schon warm und sonnig, aber noch nicht gnadenlos heiß. Der Boden ist nach dem Winterregen noch relativ feucht, und die Pflanzen haben gute Chancen, richtig anzuwurzeln, bevor der trockene portugiesische Sommer kommt.

Was wir als Erstes gemacht haben

Unser allererster Arbeitseinsatz war ziemlich ernüchternd und gleichzeitig wunderschön:

  • Zuerst haben wir mit der Sense und dem Rasenmäher (bzw. dem, was davon übrig war) das meterhohe Gras und Unkraut bekämpft. Nach einer Woche sahen wir aus wie nach einer Schlacht, aber der Garten hatte plötzlich wieder Konturen.

  • Dann ging es ans Umgraben. Der Alentejo-Boden ist teilweise schwer und steinig, aber an manchen Stellen auch überraschend fruchtbar. Wir haben die ersten Beete angelegt,  noch nicht besonders schön, aber voller Hoffnung.

  • Und natürlich: die ersten Pflanzen gesetzt!

Die Herausforderungen des Alentejo-Gartens

Schnell haben wir gemerkt: Gärtnern im Alentejo ist kein Kinderspiel.

Der Boden ist oft sehr lehmig und steinig und braucht dringend Kompost und organische Substanz. Wasser wird im Sommer zum kostbarsten Gut, deshalb haben wir sofort mit einer einfachen Tropfbewässerung begonnen. Und die berühmten alentejanischen Winde können junge Pflanzen ganz schön stressen.

Aber genau diese Herausforderungen machen es so spannend. Wir lernen jeden Tag dazu: Welche Sorten hier wirklich gut wachsen, wie wichtig Mulchen ist, und dass man im Alentejo besser morgens oder abends arbeitet, wenn die Sonne nicht so brutal scheint.

Der schönste Moment bisher

Der allerschönste Moment kam an einem späten Nachmittag im Mai. Nach stundenlanger Arbeit haben wir uns erschöpft auf den Boden gesetzt, eine kalte Pedras  Zitronenlimo getrunken und einfach nur geschaut.

Da standen sie: unsere kleinen, frisch gepflanzten Blumen - und Kräuterpflänzchen und Palmen. Noch winzig, noch wackelig, aber sie waren da. Unser Garten. Auf unserer Quinta. Im Alentejo.

In diesem Moment haben wir beide gedacht: Genau dafür sind wir hergezogen. Nicht für perfekte Instagram-Bilder, sondern für genau dieses Gefühl, mit den Händen in der Erde, den Duft von frischem Thymian in der Nase und dem Wissen, dass wir hier etwas Eigenes aufbauen.

Es ist erst der Anfang. Ein sehr schmutziger, sehr anstrengender und gleichzeitig wunderschöner Anfang.

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